Gute Nacht

Ein Lied von Franz Schubert

Sprache: Deutsch

Gute Nacht         

Fremd bin ich eingezogen,

fremd zieh‘ ich wieder aus.

Der Mai war mir gewogen

mit manchem Blumenstrauss.

Das Mädchen sprach von Liebe,

die Mutter gar von Eh‘, –

nun ist die Welt so trübe,

der Weg gehüllt in Schnee.        

 

Ich kann zu meiner Reisen

nicht wählen mit der Zeit,

muss selbst den Weg mir weisen

in dieser Dunkelheit.

Es zieht ein Mondenschatten

als mein Gefährte mit,

und auf den weissen Matten

such‘ ich des Wildes Tritt.           

 

Was soll ich länger weilen,

dass man mich trieb hinaus?

Lass irre Hunde heulen

vor ihres Herren Haus;

die Liebe liebt das Wandern –

Gott hat sie so gemacht –

von einem zu dem andern.

Fein Liebchen, gute Nacht!

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